Hans Morgenstern

Geboren 1929

in Eckartsberga, Burgenlandkreis.

 

 

Und 1998 war dann dieser Artikel in einer örtlichen Zeitung zu finden:

Eckartsberga. "Die Bilder von Hans Morgenstern sind grafisch-konstruktiv, stets gegenständlich und im positiven Sinne naiv." Das schreibt Professor Klaus Staudt, Kunstwissenschaftler, Maler und Grafiker aus Frankfurt am Main über die Werke des seit 1995 wieder in seiner Geburtsstadt Eckartsberga lebenden Malers. Mit dieser knappen Umschreibung hat Staudt auf den Punkt gebracht, was andere vielleicht in seitenlangen Texten zu analysieren versuchen. Staudt ist seit Jahren ein Förderer und Bewunderer von Hans Morgensterns künstlerischen Lebenswerks.


Der 69jährige, sehr zurückgezogen lebende Autodidakt, hat nie Kunst studiert oder in irgendwelchen Zirkeln unter fachkundiger Anleitung die Grundbegriffe der bildenden Kunst vermittelt bekommen. "Vor etwa 20 Jahren hat es mich wie aus heiterem Himmel gepackt. Erst habe ich zu zeichnen und zu malen begonnen. Später kamen die Plastiken dazu. Oft arbeite ich wie unter einem Zwang und kann gar nicht mehr aufhören", meint der bescheidene Maler, dem es gar nicht liegt, etwas über sich selbst zu sagen. In seiner kleinen Wohnung ist kaum noch Platz für die unzähligen Bilder und Plastiken, aber trennen kann und will er sich von keinem seiner "Kinder", wie er seine Werke nennt. Morgensterns Arbeiten waren, solange er noch in Offenbach am Main lebte, in zahlreichen Kunstausstellungen zu sehen. Im "Allgemeinen Lexikon der Kunstschaffenden", herausgegeben vom Forschungsinstitut Bildender Künste in Nürnberg, ist nachzulesen, dass Morgenstern zwischen 1983 und 1990 seine bunten, phantasievollen und meist fröhlichen Gemälde in Einzelausstellungen in Offenbach, Bad Vilbel, Seligenstadt, Frankfurt/Main und Stuttgart gezeigt hat. 1990 erhielt er den Syrlin-Kunstpreis in Stuttgart. Seitdem waren Morgensterns Arbeiten kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen. Klappern gehört zum Handwerk , aber Morgenstern ist nicht der Mensch, der sich selbst, wie es landläufig heißt "gut vermarkten" kann. "Ich habe mich noch nie mit der Kunst und dem Kunstgeschäft beschäftigt", sagt er. Sein Mäzen habe ihm dringend ans Herz gelegt, nicht tiefer in die Materie Bildende Kunst einzudringen, weil er befürchte, dass Morgenstern dann nicht mehr so frei und unbedarft an seine Arbeiten herangehen würde. 

"Begonnen hat alles mit Skizzen auf winzigen Zetteln. Dann sind später meine Bilder entstanden. Inzwischen habe ich Hunderte Gemälde angefertigt, meint der Maler. Mehr und mehr beschäftigt er sich nun mit Plastiken, die er ausnahmslos aus den verschiedensten Dingen fertigt die er im Sperrmüll oder auf Flohmärkten findet. Frisierköpfe, Kinderspielzeug, Sonnenbrillen, Lampenständer und anderes mehr werden zusammen montiert und anschließend mit knalligen Farben bemalt. Auf diese Weise entstehen skurrile Figuren, die treffend den Zeitgeist widerspiegeln. Dass der Schöpfer dieser Arbeiten nicht etwa ein junger, etwas flippiger Installationskünstler, sondern ein gesetzter Herr ist, der eher den Eindruck eines pensionierten Beamten vermittelt, verblüfft.

Der gelernte Friseur hat eine außergewöhnliche Biographie. Er redet nicht gern über seine Jugendzeit, die er zum großen Teil als politisch Inhaftierter in verschiedenen Gefängnissen verbringen musste. Nachdem sein Vater ein Gnadengesuch gestellt hatte, wurde Hans Morgenstern amnestiert. Zwei Jahre lang lebte er noch bei seinen Eltern in Eckartsberga, verdingte sich in verschiedenen Jobs als Aushilfsarbeiter und ging, weil er als "politisch nicht zuverlässig" eingestuft wurde, und daher keine "richtige Arbeit" bekam, 1952 mit seinem Bruder nach Westdeutschland, wohnte in Siegen und Offenbach und arbeitete in neun verschiedenen Industrieberufen. Ab 1966 besuchte Morgenstern regelmäßig seine Heimatstadt, und nach der Wende verwirklichte er endlich seinen Traum, wieder in Eckartsberga sesshaft zu werden.

                              Einen herzlichen Dank an die Redakteurin Helga Heilig. 

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